
Daub argumentiert, dass das Silicon Valley nicht (mehr) ein Innovationsmotor sei, sondern (schon seit vielen, vielen Jahren, im Prinzip schon seit der Feudalzeit) eine Elite, die glaubt, gesellschaftliche Probleme besser lösen zu können als demokratische Institutionen. Dadurch entsteht eine Form von Herrschaft, die sich zwar mit Begriffen wie Effizienz, Innovation oder Disruption schmückt, letztlich aber politische Macht ausübt, ohne denselben demokratischen Kontrollen zu unterliegen. Regieren bedeutet nicht nur, effizient Entscheidungen zu treffen, sondern Verantwortung zu übernehmen, unterschiedliche Interessen auszubalancieren und demokratische Legitimation zu akzeptieren. Das, was die Mächtigen des Valleys machen, ist schlicht und einfach „Faschismus“. Der Schreibstil war mir teilweise zu anekdotisch.Der Kontrast zwischen Hegel, Kant und Marx auf der einen Seite und Klatsch und Tratsch auf der anderen Seite, der war mir zu groß. Ansonsten aber lesenswert.

Wohlstand entsteht nicht nur durch die gerechte Verteilung vorhandener Güter, sondern auch dadurch, dass eine Gesellschaft mehr von den wichtigen Gütern hervorbringt. Das Buch fordert einen Perspektivwechsel. Weg von der Verwaltung von Knappheit hin zu einer Politik des Aufbaus. Die Autoren argumentieren, dass viele soziale und ökologische Ziele nur erreichbar sind, wenn demokratische Staaten wieder besser darin werden, Wohnungen, Energieinfrastruktur, Forschung und öffentliche Güter schnell und in großem Maßstab zu schaffen. Die Autoren unterschätzen die Rolle wirtschaftlicher Ungleichheit und großer Unternehmen. Sie legen zu viel Gewicht auf Bürokratie als Ursache gesellschaftlicher Probleme. Aber die Idee, erneuerbare Energien, bezahlbaren Wohnraum und eine funktionierende Infrastruktur zu bauen, gegen diese Idee kann ich nichts einwenden.